Carlolinum Osnabrück

Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten

2019: Landessieg für Zoe Rehme

Die Abiturientin Zoe Rehme (Jg. 12) hat beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten 2018/19 »So geht’s nicht weiter. Krise, Umbruch, Aufbruch« einen herausragenden Landessieg errungen - den einzigen für eine Schülerin oder einen Schüler aus Stadt und Land Osnabrück!

In ihrer Wettbewerbsarbeit „Das Jahr '68 an Osnabrücker Schulen – Konfliktraum oder Verschleierungsorte einer Umbruchs- und Aufbruchsstimmung“ untersucht Zoe die lokalen Auswirkungen eines globalgesellschaftlichen Aufbegehrens der jugendlich-studentischen 68er-Bewegung auf die Schulen in Osnabrück. Dabei interessierte sie, ob in Schulen der Konflikt offen ausgetragen oder eher verschleiert wurde. Die vielfältigen Aktions- und Protestformen von Osnabrücker Schülern recherchierte Zoe monatelang (und parallel zu den Abiturvorbereitungen) u.a. anhand zeitgenössischer Archivalien im Niedersächsischen Staatsarchiv und der Neuen Osnabrücker Zeitung. Ihr Fazit fällt differenziert aus: So müssen Schulen ambivalent sowohl als Konfliktraum als auch als Verschleierungsorte betrachtet werden. Auch wenn die Bewertung für einzelne Schulen unterschiedlich ausfällt, können die ›68er‹ dennoch als Umbruch in Bezug auf die Sichtbarkeit einer kritischen Jugendöffentlichkeit erachtet werden.

Die Verleihung des mit einer Geldprämie und einer Urkunde der renommierten Körber-Stiftung dotierten Landespreises findet Ende August in Hannover statt. Als Landessiegerin hat Zoe zudem die Chance, auf Bundesebene mit einem von 50 Bundespreisen ausgezeichnet zu werden. Bundesweit wurden 1.992 Beiträge von rund 5.600 Teilnehmerinnen und Teilnehmern eingereicht.

2017

„Gott und die Welt. Religion macht Geschichte“ - so lautete das Thema der 25. Ausschreibung des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten in diesem Jahr, an dem Nele Hebbeler (Jgh. 11) sehr erfolgreich teilgenommen hat.

Nele wurde mit ihrer Studie mit dem Titel „Das Gymnasium Carolinum zur Zeit der Reformation. Ein Spielball der Konfessionen?“ niedersächsische Landessiegerin! Bundesweit wurden 1639 Beiträge von über 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern eingreicht. Die Preisverleihung und Auszeichnung aller niedersächsischen Landessieger findet am Donnerstag, 10. August 2017, im Niedersächsischen Landtag in Hannover statt. 

Nele legte den Blick auf die Auswirkungen der Reformation auf die Osnabrücker Bildungslandschaft und erarbeitete die Rahmenbedingungen des Osnabrücker Schulstreits, welcher das Ende des kirchlichen Bildungsmonopols einläutete. Die Interessen und Perspektiven des Domkapitels im Streit mit dem protestantischen Stadtrat erforschte Nele dabei anhand eines zeitgenössischen Protokolls aus dem Jahre 1603 im Niedersächsischen Landesarchiv in Osnabrück.

Nicht zuletzt bot die intensive Auseinandersetzung mit archivalischen, jahrhundertealten Originalquellen fundierte Einblicke in wissenschaftliches Arbeiten und in die lange Geschichte des Carolinums. 

Der Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten ist der größte historische Forschungswettbewerb für junge Menschen in Deutschland. Er will bei  Jugendlichen das Interesse für die eigene Geschichte wecken, Selbstständigkeit fördern und Verantwortungsbewusstsein stärken. Ausgeschrieben wird der Geschichtswettbewerb zu wechselnden Themen in einem zweijährigen Turnus.

J. Rahe

2015

Thomas Dittrich und Henry Wichter (beide Abi 2015) sind am 24.9.2015 in Hannover für ihre Arbeit: „Die Papenhütte. Zigeunerausgrenzung in Osnabrück. Die Praxis der Ausgrenzung von Sinti und Roma ‚von oben‘ und aus der Bevölkerung“ im Rahmen des Geschichtswettbewerbes des Bundespräsidenten als Landessieger ausgezeichnet worden.

Die Carolinger gehörten zu den 545 Jugendlichen, die sich mit insgesamt 200 Beiträgen an diesem Wettbewerb beteiligt hatten, der in diesem Jahr unter dem Motto „Anders sein. Außenseiter in der Geschichte“ stand. Bei der feierlichen Ehrung im Interimsplenarsaal des Nds. Landtages lobte die Jury ihre „ambitionierte Arbeit zu einem dunklen Ort der Geschichte Osnabrücks“. Die Carolinger, die von ihrem Tutor und ehemaligen Kursleiter sowie vom Schulleiter nach Hannover begleitet wurden, recherchierten im Staatsarchiv zu einem heute aus dem kollektiven Gedächtnis der Osnabrücker weithin verschwundenen Ort, an dem Sinti und Roma als ‚Zigeuner‘ räumlich und gesellschaftlich ausgegrenzt und als ,Asoziale" stigmatisiert wurden. Sie konnten dabei Kontinuitäten der Stigmatisierung und Exklusion dieser Minderheiten vor und nach der NS-Herrschaft auch aus der Mitte der Osnabrücker Gesellschaft nachweisen.

Weitere Informationen:

http://www.koerber-stiftung.de/bildung/geschichtswettbewerb/presse/pressemeldungen/presse-details-geschichtswettbewerb/artikel/auszeichnung-fuer-jugendliche-beim-geschichtswettbewerb-des-bundespraesidenten.html