Carlolinum Osnabrück

Imkerausbildung und Honigproduktion am Carolinum

Im Schuljahr 2013/14 fand sich eine kleine Gruppe von Schülern und Lehrern zusammen, die eine Imker-AG am Carolinum aufbauen wollte. Jetzt ist es soweit! Im Sommer 2014 sind die ersten beiden Bienenvölker im BUND-Garten herangewachsen und wurden stetig von uns betreut. Die Bienen sind anspruchsvolle, aber absolut interessante Pfleglinge und begeistern uns immer wieder – auch wenn wir schon den einen oder anderen Stich abbekommen haben.

Die Imker-AG startet immer im zweiten Halbjahr mit einem Theoriekurs. Hier wird u.a. der Körperbau der Bienen, das Zusammenleben im Bienenstock und auch die Vorbeugung gegen die häufigsten Bienenkrankheiten vermittelt. Im Laufe des Frühjahrs kommen dann die praktischen Arbeiten am Bienenstock dazu und die Bienen werden über den Sommer gepflegt. Jetzt kann in der Regel auch der erste Honig geerntet werden. Die Imker freuen sich immer über neue Helfer!

Ansprechpartner:          
Frau Dornbusch-Künne
Herr Schwichtenberg

Unser Partnerverein: Landesverband der Buckfastimker Weser-Ems e.V.

Hier stehen unsere Bienen: der BUND Naturgarten am Gertrudenberg


Neues Bienenjahr 2018 - Neues Glück?

Clara Langkutsch, Jg. 11, 01.09.2018

„Same procedure as last year?“- Die Imker-AG startete nun bereits in die 5. Runde. Doch besonders dieses Jahr zeigte uns, dass dieses Motto bei den Bienen nicht ganz am richtigen Platz ist. Denn neben den routinierten Abläufen im Imkerjahr überraschen uns unsere Völker immer aufs Neue mit abwechslungsreichen Herausforderungen und Problemen, die neue Herangehensweisen fordern; eben nicht „The same procedure as every year!“.


Massensterben im Winter
Mit Einbruch der Kälte heißt es erst einmal Abschied nehmen. Nach der letzten Kontrolle unserer 4 Wirtschaftsvölker verschlossen wir die Bienenstöcke für die nächsten Monate. Im Winter sind die Bienen daher weitestgehend auf sich allein gestellt. Die Größe des Volkes geht auf etwa ¼ zurück und die Königin findet sich mit den Winterbienen in der Mitte des Brutnestes zur sogenannten Wintertraube zusammen. Zwar sind die Völker u.a. durch Mäusegitter vor hungrigen Räubern geschützt, jedoch ist für die Bienen vor allem die Bekämpfung oder das Überstehen verschiedenster Krankheiten und Infektionen die hauptsächliche Herausforderung in den kältesten Monaten des Jahres. Diese können zu einer großen Gefahr für das Bienenvolk werden und im schlimmsten Fall sogar zu deren Tod führen. Als Imker bleibt uns leider nur die Möglichkeit die Stöcke im Herbst durch Fütterungen zu stärken und durch die Behandlung mit Varroaziden eine Schwächung des Volks zu verhindern (Varroazide sind Mittel, die gegen die überhäuft auftretende und schädigende Varroa Milben wirken). Sobald die Tage wieder länger werden und die Temperaturen auf angenehme 10°C ansteigen, ist es Zeit für die erste Durchsicht im Frühjahr. Bei dieser offenbart sich nach wochenlangen Spekulationen endlich, ob und welche Völker den Winter überstanden haben. Doch schon bevor wir die Bienenstöcke öffneten, ließ uns die seltsame Leere an den Fluglöchern das Schlimmste erahnen. Anstatt eines freudigen, lebendigen Summens empfing uns am Bienenstock eine melancholische Totenstille. Der explizite Blick in die Brutzarge bestätigte unsere leise Vorahnung, mit einer unerfreulichen Diagnose. Am Ende hatten uns tatsächlich 3 von unseren 4 Bienenvölker im Stich gelassen! Sie waren nicht stark genug gewesen der Kälte und den vielen Viren Stand zu halten.


Aufstockung im BUND-Garten
So bedrückend dieser Verlust auch war, mit nur einem Wirtschaftsvolk lässt sich auf Dauer keine üppige Ernte erzielen und so planten wir die schnellstmögliche Aufstockung unseres Völkerbestandes (auch wenn sich unser „Einzel-Volk“ über uneingeschränkte Zuneigung und Aufmerksamkeit wohl durchaus gefreut hätte…). Da letzteres aber nicht nur den Winter überstanden hatte, sondern zusätzlich auch ein sehr starkes Volk war, bot es sich überaus gut an, einen ersten Ableger von diesem zu bilden (hierfür werden aus einem bestehenden Volk Rahmen mit Brut, Futter und aufsitzenden Bienen entnommen; in einem eigenen Stock züchten sich die versetzten Bienen eine neue Königin). Das nächste Volk setzten wir uns aus einer eigens gezüchteten Königin und aus einigen gespendeten Waben von Privat-Bienenvölkern zusammen. Zu guter Letzt sponserte uns Herr Hehmann einen seiner liebevoll aufgezogenen Ablegern, sodass wir nun die Ausgangsgröße von 4 Bienenstöcken erneut erreicht haben. Die Honigernte fiel in diesem Jahr infolgedessen jedoch etwas spärlicher aus als sonst. Von den Ablegern können wir schließlich erst im folgenden Jahr den ersten Honig ernten. Der diesjährige Honig kommt daher ausschließlich von dem überwinterten Bienenvolk, das dennoch stolze…kg in den Honigräumen zusammentrug.


Nicht nur Nachwuchs an Bienenstöcken
Nach den Sommerferien mit Beginn des neuen Schuljahres durften wir zudem 4 neue Imkerinnen in unser Team aufnehmen. Für sie ging es in der folgenden Woche ganz nach dem Motto „Learning by doing“ direkt in den Garten zu unseren Völkern, wo sie mit einer Menge neuer Informationen und Tipps die ersten Bienenwaben untersuchen konnten. In den ersten Wochen steht dabei aber vor allem das Aufbauen von Vertrauen. Und das gilt für beide Seiten. So kann man als angehender Imker die Verhaltensweisen der Bienen noch nicht konkret einordnen und geht mit entsprechender Vorsicht an die Völker heran. Jedoch auch die Bienen selbst müssen sich erst an ihre Betreuer gewöhnen. Für sie bringen diese u.a. neue fremdartige Gerüche mit sich, auf welche sie zunächst, wie auf jede andere Gefahr, abwehrend reagieren. Dementsprechend wurden wir gleich zu Beginn mit den ersten Stichen sehr freundlich in Empfang genommen. Glücklicherweise ließ sich davon keiner unserer Neulinge abschrecken, weshalb wir nun unsere Völker mit neuer tatkräftiger Unterstützung auf den nächsten Winter vorbereiten können. Über das, was uns im nächsten Frühjahr erwarten wird, können wir trotz allem wieder nur spekulieren und auf das Beste hoffen.

Der Honig kann ab sofort bei Herrn Frickenhelm gekauft werden.