Carlolinum Osnabrück

Kooperation mit dem Theater Osnabrück

„So gewiß sichtbare Darstellung mächtiger wirkt als toter Buchstab und kalte Erzählung, 

so gewiß wirkt  die Schaubühne tiefer und dauernder als Moral und Gesetze.“ 

Friedrich Schiller: Die Schaubühne als moralische Anstalt betrachtet

Auch wenn heute manchem die Schaubühne eher als amoralische Anstalt erscheinen mag, kann kein Zweifel darüber bestehen, dass die Welt des Theaters uns emotional und intellektuell herausfordert, indem sie uns als „Spielraum des Lebens“ das Sehen und Hören, das Fühlen und Denken immer wieder neu lehrt, auf dass, wie es in Goethes Vorspiel auf dem Theater heißt, „ein jeder sieht, was er im Herzen trägt.“

Seit 2009 besuchen im Rahmen eines festen Kooperationsvertrags alle Schüler des Carolinums (mindestens) einmal im Schuljahr eine Aufführung des Theaters Osnabrück: Schauspiel oder Oper, Konzert oder Tanztheater – für alle Jahrgänge gibt es ein breites Angebot, aus dem Schüler und Lehrer, vor allem in enger Verbindung zum Deutsch-, Musik- und Geschichtsunterricht, je nach Interesse wählen können. Dabei besteht auch die Möglichkeit, einzelne Stücke mit erfahrenen Theaterpädagogen vorzubereiten oder im Anschluss an den Besuch einer Aufführung mit Schauspielern oder Dramaturgen über die Inszenierung zu sprechen. Insbesondere im Rahmen des Seminarfachs bietet es sich auch an, den Entstehungsprozess einer Inszenierung durch den Besuch von Proben bis hin zur Premiere zu begleiten.

Nur wenn die Schülerinnen und Schüler gelernt haben, ein Bewusstsein für die Zeichensprache des Theaters zu entwickeln und sich ästhetischen Erfahrungen zu öffnen und sie zu reflektieren, kann der Theaterbesuch über die Schulzeit hinaus zu einer Praxis werden, die freiwillig gesucht wird, weil sie Vergnügen bereitet, und die im Sinne Brechts zeigt, „daß der Gegensatz zwischen Lernen und sich Amüsieren kein naturnotwendiger zu sein braucht, keiner, der immer bestanden hat und immer bestehen muss“.