Carlolinum Osnabrück
25.01.2015

„Sally, mein Sohn, du sollst leben!“ – Bewegendes Zeitzeugengespräch mit Salomon Perel, dem „Hitlerjungen Salomon“. Ein Beitrag zur Erinnerung an den 27. Januar 1945.

Am Dienstag, 13. Januar 2015, bot sich allen Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 10 und 12 im Cinema Arthouse die besondere Gelegenheit, mit Herrn Sally Perel einem der letzten Zeitzeugen und Überlebenden der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zu begegnen.

In einem fast 2-stündigen Zeitzeugengespräch berichtete der beinahe 90-Jährige aus seinem Leben und von seinem Überleben. Der Jude Salomon Perel, 1925 in Peine geboren, überlebte – gemäß der Abschiedsworte seiner Mutter – den Holocaust, den systematisch-industriellen Völkermord an den europäischen Juden, in der Uniform der Hitlerjugend, „versteckt unter der Haut des Feindes“, konnte er sich doch als „Hitlerjunge Salomon“ in einer HJ-Elite-Schule vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten verbergen und führte bis Kriegsende ein Doppelleben, das ihn zwar vor dem Vernichtungslager rettete, doch nie wieder loslassen sollte – bis heute. Nach dem Krieg zog er nach Israel, schwieg 40 Jahre lang, um dann seine Autobiographie unter dem Titel „Ich war Hitlerjunge Salonmon“ zu verfassen, deren Verfilmung (1990) allen Schülerinnen und Schülern als Vorbereitung auf dieses Zeitzeugengespräch diente. Die tief bewegten Carolinger entließ er mit den Worten „Schuld ist nicht erblich“ sowie mit dem Auftrag, als nunmehrige Zeitzeugen seine Geschichte weiterzutragen, um sie nicht dem Vergessen anheimfallen zu lassen.

Anschließend stellte sich Sally Perel den Fragen unserer Schülerinnen und Schüler, signierte seine Autobiographie mit persönlicher Widmung und ließ sich bereitwillig photographieren.

Das Zeitzeugengespräch – auch ein Beitrag zur (angemessenen) Erinnerung an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 durch die Rote Armee – fand auf Einladung des Faches Geschichte und der Schulleitung in Kooperation mit Herrn Dr. Bösling, Volkshochschule Osnabrück, statt.