Carlolinum Osnabrück
19.12.2019

¡Viva la poesía!

SchülerInnen aus dem 11. Jahrgang nehmen an lateinamerikanischem Poesiefestival „Latinale" teil und schreiben eigene Gedichte auf Spanisch mit Poeten aus Bolivien, Costa Rica, Kolumbien und Chile.

Auch im Jahr 2019 ist das mobile lateinamerikanische Poesiefestival „Latinale“ durch Deutschland getourt und hat neben Berlin und Frankfurt/Oder einen Stopp in Osnabrück eingelegt. Die heimelige Villa der Bohnenkamp-Stiftung wurde hier zur Unterkunft des zweitägigen Workshops am 11. und 12. Dezember. Geleitet wurde dieser von Frau Rike Bolte und Zoe Sánchez, veranstaltet von u.a. der Universität Osnabrück und dem Instituto Cervantes, mit im Gepäck: fünf Poeten und Poetinnen aus Kolumbien, Chile, Bolivien und Costa Rica.

Das Thema des zum 13. Mal stattgefundenen Festivals lautete „Grenzpoesie“. Was das genau bedeutet? Das haben sich die TeilnehmerInnen des Gymnasiums in der Wüste und wir, vom Carolinum Osnabrück, uns ebenfalls gefragt. Bereits am ersten Tag haben wir uns dank eines Vortrags von Carlos Villalobos und eigener Gruppenarbeit erarbeitet, in welcher Form Grenzen eigentlich auftreten und welche Präsenz sie in unserem Leben haben. Dabei ging es nicht nur um geografische, sondern auch um körperliche, soziale und politische Grenzen.

 Am zweiten Tag war dann unsere praktische Arbeit gefordert. In Kleingruppen haben wir  zusammen mit jeweils einer Lehrkraft – Frau Keller hat die CarolingerInnen begleitet - und einem Poeten bzw. einer Poetin selbst Gedichte verfasst. Wer dabei Inspiration benötigte, konnte sich zusätzlich in die  Werke der Künstler höchstpersönlich einlesen. Dies ermöglichte die einmalige Gelegenheit, die Bedeutungen der Gedichte von den Autoren persönlich erklärt zu bekommen und Fragen zu stellen. Frente a frente. Am Ende wurden alle Gedichte auf Spanisch vorgetragen und für die Veröffentlichung auf dem Blog der Latinale digitalisiert oder vertont. (http://latinale.blogsport.eu)

Obwohl sich der Workshop in erster Linie um die Poesie drehte, entpuppte er sich hinterher als vielschichtiger als angenommen. Durch die KünstlerInnen haben wir viel über die politische und gesellschaftliche Lage in Lateinamerika erfahren und konnten dementsprechende Gefühle auch in ihren Gedichten wiederfinden. Außerdem haben wir uns der Herausforderung gestellt, unser Repertoire an spanischen Vokabeln zwei Tage lang zu benutzen und gleichzeitig auch das der Autoren zu verstehen, was auf Grund der lateinamerikanischen Aussprache nicht immer leicht war. Nichtsdestotrotz haben wir uns sehr gefreut, einen derart besonderen Einblick in die „poesia latinoamericana“ zu bekommen und hoffen, das Festival nächstes Jahr erneut in Osnabrück begrüßen zu dürfen.

Und hier einige Werke

Todo y nada (Lea de Vries)

La palabra es todo.

Es puente levadizo

Es el arma y la protección

Como un escudo en la guerra.

Una paradoja.

 

La palabra es nada.

A veces el puente es vacio.

 

No puedo decir lo que quiero

No hay palabras

O no hay voz

Llego a mis limites

Y no puedo pasarlos

Porque necesito palabras

Y no las tengo.

 

La palabra es todo y nada.

 

Escapar

 

Los veo

pero nunca los encanzaré.

Veo las miradas tóxicas

que me amargan.

Veo la pobreza

que me devora.

Veo pocas posibilidades

de escapar de esta.

Veo a la gente

que está rota.

Veo una oportunidad

aunque sea muy pequeña.

Veo una escuela

y me siento como en casa,

protejido, amado, seguro.

 

escrito por Benito Manocchio

 

Aparte

 

La escuela nueva fue como entrar en la carcel llena de gente extraña

además en un país nuevo

Todo fue insólito ese día

La primera vez me sentí excluido

Las miradas de otros fueron despectivas como serpientes tóxicas.

No entiendo

La primera vez

ningún compañero

quiso charlar conmigo

No entiendo

Me apartaron

y no entiendo

Soy también de carne y hueso con un corazón latando como ellos

Sólo un refugiado con aspecto diferente

¿Tengo el valor como los otros? O no

 

escrito por Evelyn Eswein

 

und noch ein Werk zum Nachhören