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Vom 27. Oktober 2025 bis zum 17. November 2025 besuchen sechs Schülerinnen des Carolinums unsere Partnerschule in Tulancingo. Hier berichten sie in Form von Blogeinträgen von ihren Eindrücken und Erlebnissen in Mexiko. 

Zwischen Pyramiden, Shopping-Malls und Mariachis

von Miley-Rose Reppenhagen 

In der dritten und letzten Woche unseres Mexiko-Aufenthaltes kehrte wieder etwas Alltag ein, da wir regulär am Unterricht unserer Partnerschule teilnahmen. Dennoch war diese Woche voller besonderer Erlebnisse und kultureller Eindrücke, die wir mit nach Deutschland nehmen konnten.

Am Dienstagnachmittag ging ich nach der Schule, gemeinsam mit meiner Gastfamilie, Sushi essen. Dabei fiel mir besonders auf, wie unterschiedlich bekannte Gerichte in Mexiko zubereitet werden. Es gab unter anderem eine mexikanische Sushi-Rolle, die sich deutlich, mit ihrer Schärfe, von unserem unterschied. Anschließend besuchten wir ein Kino und schauten einen mexikanischen Zeichentrickfilm, der natürlich auf Spanisch lief – eine spannende Erfahrung, die mir
half, die Sprache noch besser zu verstehen.

Am Freitag fuhr ich gemeinsam mit meiner Austauschpartnerin zur „Galería Pachuca“, einer sehr großen Shopping-Mall. Sie beeindruckte mich besonders durch ihre Größe und die große Auswahl an Geschäften. Interessant war, dass es eine komplette Abteilung mit unter anderem amerikanischen Restaurants gab.

Ein besonderes Highlight der Woche war der Ausflug, am Samstag, zu den „Piramides de Teotihuacán“. Die riesigen Pyramiden waren äußerst beeindruckend und vermittelten einen faszinierenden Einblick in die Geschichte Mexikos. Dort erhielten wir eine Führung und nahmen anschließend an einem Tonkurs sowie an einer Malstunde teil. Mit natürlichen Materialien, wie Blättern und Erde, gestalteten wir eigene Bilder, was uns viel Spaß machte.

Am Sonntag feierten wir vorzeitig den Geburtstag von Johanna, damit sie einen traditionellen mexikanischen Geburtstag erleben konnte. Es wurde eine große Halle gemietet, in der wir gemeinsam mexikanisch aßen. Viele Verwandte und Familienmitglieder waren anwesend, und zum Abschluss trat sogar eine Mariachi-Gruppe auf. Zu ihrer Musik wurde gesungen und getanzt, was für eine fröhliche Stimmung sorgte.

Diese letzte Woche war aufregend, erlebnisreich und ein wunderschöner Abschluss unseres Austauschs. Umso erstaunter sind wir, wie schnell die Zeit vergangen ist – die Wochen vergingen wie im Flug. In dieser kurzen, aber intensiven Zeit konnten wir zahlreiche Eindrücke sammeln, wertvolle Erfahrungen machen und die mexikanische Kultur auf ganz besondere
Weise kennenlernen. Die vielen Begegnungen, Erlebnisse und gemeinsamen Momente werden uns noch lange in Erinnerung bleiben.

Alltag und Ausflüge

von Johanna Osikominu 

Langsam haben wir uns richtig gut in Tulancingo eingelebt. Die ersten Tage voller Aufregung und Neuem liegen bereits hinter uns, und mittlerweile fühlt sich der Alltag hier schon fast selbstverständlich an. Trotzdem gibt es immer wieder etwas zu entdecken, und auch in der zweiten Woche unseres Schüleraustausches haben wir wieder viele tolle Erlebnisse gesammelt.

Am Montag und Dienstag verlief alles ganz entspannt: Wir sind wie gewohnt zur Schule gegangen und haben die Nachmittage in unseren Gastfamilien verbracht. Es ist schön, zu sehen, wie herzlich wir überall aufgenommen werden – man fühlt sich einfach sehr willkommen.

Am Mittwoch stand dann ein gemeinsamer Ausflug nach Chignahuapan auf dem Programm. Nach der Schule sind wir in zwei Autos losgefahren und haben zuerst die beeindruckende Basílica de la Inmaculada Concepción besichtigt, die für ihre riesige Marienstatue bekannt ist. Anschließend liefen wir zum großen Weihnachtsbaum im Stadtzentrum, der durch seine beeindruckende Größe das Wahrzeichen der Stadt ist – wirklich ein wunderschöner Anblick! Danach haben wir eine Werkstatt besucht, in der Weihnachtskugeln per Hand hergestellt werden. Wir durften sogar selbst kreativ werden und unsere eigenen Kugeln mit Glitzer gestalten. Auf dem Rückweg hielten wir noch bei einem kleinen Taco-Stand – ein perfekter Abschluss für diesen tollen Tag!

Am Freitag erwartete uns dann eine Stadtrallye durch Tulancingo. Wir wurden in zwei Teams eingeteilt und mussten verschiedene Aufgaben lösen, um die Stadt besser kennenzulernen. Am Ende hat jeder einen hübschen Schlüsselanhänger als Andenken bekommen. Abends haben wir uns dann noch zu einer Pyjamaparty getroffen, bei der wir noch mehr Leute kennenlernen durften. Die Stimmung war super – alle hier sind unglaublich offen und freundlich!

Der Samstag war etwas ruhiger, aber sehr berührend. Meine Klasse besuchte ein Kinderheim, wo wir mit den Kindern spielten, mit Knete bastelten und sogar Schleim herstellten. Zum Abschied hat jedes Kind ein kleines Geschenk bekommen – ihre Freude darüber war riesig und hat mich sehr bewegt.

Am Sonntag bin ich dann mit meiner Gastfamilie nach Huasca de Ocampo gefahren, einer wunderschönen Gegend mit beeindruckenden Wasserfällen und Basaltprismen, die durch abgekühlte Lava nach einem Vulkanausbruch entstanden. Es gibt weltweit nur zwei Orte mit Basaltprismen, also ein sehr einzigartiger und besonderer Anblick.

Insgesamt war die zweite Woche in Tulancingo voller schöner Erlebnisse, spannender Ausflüge und herzlicher Begegnungen. Es ist unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht – und gleichzeitig fühlt es sich an, als hätten wir hier schon so viel erlebt. Wir freuen uns schon auf die dritte Woche und all das, was noch vor uns liegt!

Der Tag der Toten

von Mia Bergmann

Vom 31. Oktober bis zum 2. November habe ich mit meiner Gastfamilie in Mexiko eines der bedeutendsten und farbenfrohsten Feste des Landes erlebt: den Día de los Muertos, den „Tag der Toten“.

Schon bevor ich hierhergekommen bin, habe ich viel davon gehört – von bunt geschmückten Altären, bemalten Totenköpfen und einem Fest, das nicht traurig, sondern voller Leben ist. Aber erst jetzt habe ich wirklich verstanden, was dieser Tag den Mexikanern bedeutet.

Schon die Woche über liefen viele Vorbereitungen für das Fest, wir haben viel geschmückt und einen traditionellen Markt mit vielen Ständen und typisch mexikanischen Spezialitäten besucht.

Der erste Abend (31.10.) hat noch ganz im Zeichen von Halloween gestanden. Wir haben eine große Party gefeiert, uns verkleidet und gesehen, wie begeistert hier alle mitmachen. Auf den Straßen sind unzählige Kinder in bunten Kostümen herumgelaufen, haben Süßigkeiten gesammelt und gelacht. Schon da habe ich gemerkt, dass in Mexiko jede Feier zu einem fröhlichen Gemeinschaftserlebnis wird.

Am nächsten Tag haben wir ausgeschlafen und gemütlich gefrühstückt. Danach habe ich meiner Gastmutter beim Tamales-Machen geholfen – das sind gefüllte Maisblätter, die traditionell am 1. November zubereitet werden. Später habe ich auch Mole probiert, eine dunkle, schokoladige Soße, die hier zu vielen Gerichten gehört. Und ich habe gelernt: Wenn Mexikaner sagen, etwas sei „nicht scharf“, sollte man das lieber nicht zu wörtlich nehmen! Es ist nämlich doch ziemlich scharf (:

Der 1. November ist in Mexiko der Tag der Kinderseelen, während der 2. November den verstorbenen Erwachsenen gewidmet ist. Deshalb haben wir an diesem Tag begonnen, den Altar (Ofrenda) für unsere Verstorbenen aufzubauen. Wir haben ihn mit orangenen Cempasúchil-Blumen, buntem Papier, Fotos, Kerzen und den Lieblingsspeisen der Verstorbenen geschmückt. Alles hat wunderschön ausgesehen – warm, farbenfroh und voller Bedeutung.

Am nächsten Morgen sind wir früh aufgestanden und zum Friedhof gefahren. Schon von Weitem haben wir Musik, Lachen und Stimmen gehört. Überall sind Gräber geschmückt gewesen, Menschen haben Blumen, Essen und Kerzen vorbeigebracht. Es hat eine fröhliche, fast festliche Stimmung geherrscht – ganz anders, als ich es aus Deutschland kenne. Der Tod ist hier nichts Düsteres, sondern Teil des Lebens. Man erinnert sich an die Verstorbenen mit Freude, nicht mit Trauer.

Nach dem Friedhofsbesuch haben wir bei den Großeltern meines Gastvaters gefrühstückt – das gehört hier zur Tradition. Später haben wir uns viele verschiedene Altäre in der Stadt angesehen. Überall haben wir ein bisschen probieren dürfen – Brot, Süßigkeiten, Früchte, Getränke – alles, was für die Verstorbenen aufgestellt worden ist. Am Abend haben wir alle noch einmal zusammen gegessen und das Fest gemeinsam ausklingen lassen.

Am meisten hat mich die Herzlichkeit und Offenheit der Menschen beeindruckt. Jeder ist willkommen, jeder gehört dazu. Der Día de los Muertos hat mir gezeigt, dass der Tod in Mexiko nicht als Ende, sondern als Teil des Lebens gesehen wird. Es ist ein Fest, das die Erinnerung an die Verstorbenen lebendig hält – bunt, laut, liebevoll und voller Geschmack.

Das erstes Wochenende in Mexiko / kulturelle Unterschiede

von Felicitas Stolecki 

Dieses Wochenende war unser erstes richtiges Wochenende in Mexiko und es war total spannend! Schon am Freitag hat man gemerkt, dass hier vieles anders ist als in Deutschland. Da wurde nämlich Halloween gefeiert, und das wirklich groß! Viele Häuser waren richtig aufwendig geschmückt – mit Lichtern, Skeletten, Spinnenweben und teilweise ganzen Szenen im Garten. Es war viel bunter und lauter als bei uns, und man hatte das Gefühl, dass hier wirklich alle mitmachen denn sogar ältere Kinder und Erwachsene haben sich verkleidet.

Abends haben wir dann noch etwas mit Freunden von den mexikanischen Austauschpartnern gemacht und zusammen einen Film geschaut. Mir ist dabei aufgefallen, wie offen und herzlich die Menschen hier sind, denn man wird sofort mit einbezogen und fühlt sich sehr willkommen. Trotzdem ist es am Anfang noch etwas ungewohnt, wie man sich begrüßt. Denn hier gibt man sich nämlich oft einen Kuss auf die Wange. Mit der Zeit gewöhnt man sich aber dran und es zeigt einfach wie herzlich die Menschen hier sind.

Am Samstag habe ich dann mit meiner Gastfamilie etwas unternommen. Wir waren shoppen, haben uns bisschen die Gegend angeguckt und einige Aktivitäten am See unternommen. Es war schön, die Stadt ein bisschen besser kennenzulernen und zu sehen, wie unterschiedlich das Leben hier ist.

Am Sonntag, wurde der Día de los Muertos gefeiert – der Tag der Toten, den wir mit der ganzen Großfamilie verbracht haben. Überall sieht man bunte Altare mit Fotos, Blumen, Kerzen und Essen für die Verstorbenen. Es ist beeindruckend, wie wichtig dieser Tag hier ist und wie fröhlich er gefeiert wird. Obwohl es um den Tod geht, ist die Stimmung gar nicht traurig, sondern eher bunt und liebevoll.

Insgesamt war das Wochenende voller neuer Eindrücke, und ich merke, dass ich jeden Tag ein bisschen mehr über die mexikanische Kultur lerne. Es ist echt spannend zu sehen, wie unterschiedlich, aber auch wie herzlich das Leben hier ist.

Unsere ersten Tage in Mexiko

von Lena Unnewehr 

Hola aus Tulancingo! Wir – sechs Schülerinnen aus unserem Gymnasium– sind seit ein paar Tagen in Mexiko auf Schüleraustausch und möchten euch kurz erzählen, wie unser Start war.

Am 27. Oktober ging es früh los: Abfahrt in Osnabrück, Regen, drei Stunden Fahrt nach Amsterdam und dann ab in den Flieger. Nach rund zwölf Stunden Flug (mit Filmen, Essen und viel Lachen) landeten wir abends in Mexiko-Stadt. Die Passkontrolle ging schnell, und unsere Gastfamilien empfingen uns super herzlich. Nach einer Fahrt nach Tulancingo gab es zur Begrüßung leckere Tacos – danach fielen wir alle todmüde ins Bett.

Am nächsten Tag hatten wir noch keine Schule, also Zeit zum Ausschlafen (naja, Jetlag!) und zum Telefonieren mit Familie und Freunden in Deutschland. Später frühstückte ich mit der Familie meines Austauschpartners und probierte Pan de Elote – ein süßer Maiskuchen, richtig lecker!

Am Mittwoch begann die Schule um 7 Uhr – ganz schön früh! Der Unterricht ist viel lockerer als bei uns, und alle waren total freundlich. Nachmittags gab’s ein großes Mittagessen mit mehreren Gängen – hier wird wirklich viel und gut gegessen!

Am Donnerstag fand an der Schule eine große Día de Muertos-Show statt. Die bunt geschmückten Catrinas und die Musik waren beeindruckend. Abends gab es ein Begrüßungsessen mit allen Austauschschüler*innen und Gastfamilien – mit Tacos, Fruchtpunsch und jeder Menge Spaß.

Unser Fazit: Die ersten Tage waren aufregend, herzlich und voller neuer Eindrücke. Wir fühlen uns richtig wohl und freuen uns auf die nächsten Wochen in Mexiko!