
Anlässlich des Jahrestages der Novemberpogrome von 1938 fand in der Kleinen Kirche in Osnabrück am 10.11.25 eine Gedenkstunde statt. Die Veranstaltung erfolgte in Kooperation zwischen dem Gymnasium Carolinum, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Osnabrück e.V. und der Osnabrücker Bibelgesellschaft. In ihren Grußworten wiesen die Vorsitzenden auf den wachsenden Antisemitismus in unserer Gesellschaft hin und mahnten eindringlich, dass so etwas nicht wieder geschehen darf.
Im Zentrum des Abends standen verschiedene Psalmen, die sowohl gesungen als auch dramaturgisch gesprochen erklangen, darunter auch Vertonungen des jüdischen Komponisten Louis Lewandowski (1821–1894).
Der Chor „Carolinum Cantat“ unter Leitung von Jutta Albrecht-Laaff sowie Oberstufenschülerinnen angeleitet von Pastorin Dr. Laura Schimmelpfennig wollten dem Wunsch der in diesem Jahr verstorbenen Jüdin Margot Friedländer nachkommen, die als Zeitzeugin auch am Carolinum über ihre Erlebnisse in der Nazizeit gesprochen hatte. „Ich bin nach Deutschland zurückgekommen, um mit Ihnen zu sprechen, Ihnen die Hand zu reichen und Sie zu bitten, dass Sie die Zeitzeugen werden, die wir nicht mehr lange sein können“, hatte sie den jungen Zuhörern gesagt. In einer eigens komponierten Sprach-Collage wurde dieser Satz mehrfach wiederholt. Die Schülerinnen brachten auf eindrückliche Weise die Stimme von Margot Friedländer zum Erklingen, die sich für Demokratie und Menschlichkeit und gegen jede Form von Antisemitismus und Stigmatisierung eingesetzt hatte. Ganz still wurde die Anwesenden, als die Namen der KZs verlesen wurden und für jedes eine Kerze auf dem Altar entzündet wurde.
Die Gedenkstunde berührte die Zuhörerinnen und Zuhörer zutiefst.