
Der Präsentationstag der 23. Herbstakademie 2025 zur Förderung fachlich besonders interessierter und leistungsfähiger Schülerinnen und Schüler fand in diesem Schuljahr ganztägig am 18.11. im DBU Zentrum für Umweltkommunikation statt. An den verschiedenen Kursen der Akademie nahmen in diesem Jahr erstmals 44 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 10 bis 13 teil, um die während der Kernphase in den Herbstferien erarbeiteten Ergebnisse ihrer Kurse in Form von Präsentationsvorstellungen bzw. Messeständen einer interessierten Öffentlichkeit sowie den jeweils anderen Akademiekursen zu präsentieren.
Die diversen Kursen der Akademie (Agrarwissenschaft, Chemie, Energie-, Umwelt- und Verfahrenstechnik, Geographie, Geschichte, Kunst, Mathematik, Musik, Systemwissenschaften, Technische Informatik, Werkstofftechnik) wurden dabei kooperativ jeweils von Dozenten der Universität und Hochschule sowie Gymnasiallehrkräften von neun Gymnasien der Stadt und des Landkreises Osnabrück organisiert und durchgeführt.
Erneut leitete Frau Nina Kullmann als Geschichtslehrerin am Carolinum den Akademie-Kurs „Geschichte“ in Kooperation mit dem Niedersächsischen Landesarchiv in Osnabrück. Der Kurs „80 Jahre Ende des Zweiten Weltkriegs in Osnabrück“ thematisierte aus lokalgeschichtlicher Perspektive das Ende der nationalsozialistischen Diktatur sowie damit verknüpfte historische Brüche und Kontinuitäten. Die Arbeit im Nds. Landesarchiv und das Studium von Originalquellen wollte dabei ein Forschungserlebnis ermöglichen, das die Schülerinnen und Schüler fordert und das über den schulischen Geschichtsunterricht hinausgeht. Dafür sei unserer in den Herbstferien erneut für unsere Schule engagierten Fachkollegin, Frau Kullmann, Dank und Anerkennung ausgesprochen.
Die Förderung besonders interessierter und talentierter Schülerinnen und Schüler ist das oberste Ziel der Herbstakademie. Die jungen Menschen sollen in den von ihnen gewählten Kursen wissenschaftspropädeutisch mit Themen und Forschungsperspektiven bekannt gemacht werden, die so nicht in der Schule angeboten werden. Ihnen soll zudem die Möglichkeit gegeben werden, erste Perspektiven für mögliche Studienrichtungen zu gewinnen.
Heinz H. Steenken
Schulkoordinator Herbstakademie
Der Akademie-Kurs „Geschichte“
Aus lokalgeschichtlicher Perspektive hat der Kurs Geschichte der diesjährigen Herbstakademie die besonderen Aufgaben, vor die sich der Rat der Stadt Osnabrück in den ersten Jahren nach Ende des Zweiten Weltkriegs gestellt sah.
Die Teilnehmenden entschieden sich, an den Themen Alltag, Flüchtlinge und Vertriebene, britische Besatzung sowie Entnazifizierung zu arbeiten: Hierzu standen ihnen Darstellungen von (Lokal-)Historikern, vor allem aber auch spannende zeitgenössische Quellen im Niedersächsischen Landesarchiv Abteilung Osnabrück zur Verfügung. Die vorgelegten Ratsprotokolle oder Verfahrensakten regten zur Auseinandersetzung mit den Chancen, Zwängen und Risiken an, die den Handlungsspielraum der damaligen Entscheider bestimmten. Die schwarzen Finger, die der Umgang mit dem Nachkriegspapier verursachte, wurden klaglos in Kauf genommen. Zum Programm gehörte auch ein Besuch der „Stadtspuren“ im Kulturgeschichtlichen Museum und von „Die Villa_“.
Eine besondere Herausforderung war die Präsentation der Arbeitsergebnisse im DBU Zentrum vor den Teilnehmenden der anderen Kurse, den Kursleitern und einigen Gästen – insgesamt über 150 Personen. Auf die Aufregung des Vortrags folgte mit dem Applaus die Erleichterung – ein Ereignis, das keiner schnell vergessen wird.
Nina Kullmann
Leiterin des Akademie-Kurses „Geschichte“