
Am 18. März 2026 stand das Frühlingskonzert unserer Schule ganz unter einem Titel, der zugleich Anspruch und Versprechen war: „HÖRENSWERT!“ – und dieser Abend hielt, was er versprach. Vor einem begeisterten Publikum entfaltete sich ein facettenreiches Programm, das eindrucksvoll zeigte, wie lebendig und vielseitig das musikalische Leben am Carolinum ist.
Ein Auftakt voller Energie
Den Beginn gestaltete die Carolinger Kapelle (Leitung Jens Schröer), die mit einem kraftvollen Mix aus Filmmusik, Klassik und Pop überzeugte. Stücke wie The Avengers, The Legend of Castle Armagh oder Respect spannten einen weiten musikalischen Bogen, während What a Wonderful World einen ruhigen, berührenden Kontrast setzte. Gleichzeitig bot der Auftritt Raum für besondere Momente des Abschieds und der Würdigung: Mit Leonard Foth, Emily Smol und Simon Dälken wurden drei prägende Persönlichkeiten des Orchesters verabschiedet, die über Jahre hinweg das musikalische Leben mitgestaltet haben. Ob als Chronist der langen Orchestertradition, als vielseitige Blockflötistin oder als Kapellmeister – ihre Spuren bleiben. Mit Counting Stars wurde ihnen ein musikalischer Wunsch für die Zukunft mitgegeben – voller Lebensfreude, Aufbruch und Zuversicht. Zugleich zeigte sich: Die nächste Generation steht bereits bereit – mit neuen Mitgliedern wie Samuel Vogt (7A), Peter Martin (6E) und Aaron Younes (5B) wächst das Ensemble weiter.
Musikunterricht wird lebendig
Der Musikkurs des Jahrgangs 13 (Leitung Jens Schröer) präsentierte eindrucksvoll, wie Unterricht zur Bühne werden kann. Mit Szenen aus dem Musical Hamilton entstand eine Aufführung, die weit über das Klassenzimmer hinausging. In Kooperation mit dem Theater Osnabrück hatten die Schülerinnen und Schüler nicht nur Einblicke hinter die Kulissen gewonnen, sondern auch selbst szenisch und musikalisch gearbeitet. Eine besondere Anekdote zeigt die Dynamik dieses Projekts: Eigentlich als Playback geplant, entwickelte sich im Unterricht eine Szene spontan zu einer Live-Performance – mit Gesang und Rap direkt aus der Gruppe heraus.
Solistische Glanzlichter
Mit dem Solobeitrag von Hannah Seifert (Jgs. 13) am Klavier zeigte sich eindrucksvoll, welche Möglichkeiten das Fach Musik in der Oberstufe bietet: Denn neben dem reinen schriftlichen oder mündlichen Prüfungsteil, können die Schülerinnen und Schüler im Abitur auch ihre fachpraktischen Fähig- und Fertigkeiten ausspielen. Mit großer Souveränität und feinem Gespür für Ausdruck und Klangfarbe gelang Hannah eine feinsinnige Interpretation von Chopins Nocturne op. 72 Nr. 1., die das Publikum in ihren Bann zog.

Ein Blick voraus: Musical-AG
Für Begeisterung sorgte sodann die Musical-AG (Leitung Anna Robben, Jutta Albrecht-Laaff) mit einer Sneak Preview ihres neuen Projekts Sister Act, das im Juni Premiere feiern wird. Eine stattliche Gruppe von Schülerinnen und Schülern in Nonnenkostümen, kombiniert mit Tanz, Schauspiel und Gesang, verwandelte die Bühne in eine lebendige Musicalszene und machte neugierig auf mehr.
Zweite Hälfte mit Groove und Energie
Nach der Pause übernahmen die Hecktones die Bühne und brachten die Pausenhalle zum Beben. Mit Songs wie Locked Out of Heaven, Man in the Mirror oder Get Lucky zeigten sie ihre stilistische Bandbreite. Besonders bei Sympathy for the Devil entwickelte sich eine dichte, fast schon elektrisierende Atmosphäre, während Watermelon Sugar mit sommerlicher Leichtigkeit überzeugte. Die Frontsängerinnen Carlotta Fischer (9A), Zichun Jiang (11B) und Emma Adams (als Gast) sorgten für starke Stimmen im Vordergrund, während Malte Hune (10D) an der Solo-Gitarre mit groovenden Riffs glänzte.
Den Abschluss gestaltete die Abiband 2026 mit dem vielsagenden Namen „schlicht und ergreifend“ – wobei schnell klar wurde: „schlicht“ ist hier höchstens der Name. Seit eineinhalb Jahren ist die Band aus dem Schulleben kaum noch wegzudenken. Ihre Entwicklung spiegelt auch einen größeren Trend wider: Immer mehr Schülerinnen und Schüler finden zur Musik, gründen Bands und bringen sich aktiv ein. Mit Songs wie Set Fire to the Rain, Otherside, Back to Black und Umbrella zeigten sie eindrucksvoll ihr Können. Ein besonderes Highlight war dabei das energiegeladene Schlagzeugsolo von Leonard Foth, das Umbrella eine völlig neue, rockige Dimension verlieh.
Ein Abend, der nachklingt
Das Frühlingskonzert 2026 hat einmal mehr gezeigt, was möglich ist, wenn Engagement, Talent und Leidenschaft zusammenkommen. Zwischen großen Ensembleklängen, intimen Solomomenten und mitreißenden Bandauftritten entstand ein Konzertabend, der nicht nur unterhielt, sondern nachhaltig beeindruckte.
Oder, um es kurz zu sagen: Absolut HÖRENSWERT!