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Vorbereitungsseminar für Auslandsaufenthalte

Wie gehe ich mit einer Situation um, die ganz anders ist, als ich sie erwartet habe? Was mache ich, wenn ich mich unsicher fühle oder etwas nicht verstehe? Und wie kann ich aus einer ungewohnten Situation tatsächlich etwas lernen?

Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 und 11 beim Vorbereitungsseminar für ihre bevorstehenden Auslandsaufenthalte. Unter dem Motto „Mein Austausch. Mein Lernprozess“ ging es nicht nur darum, organisatorisch gut vorbereitet ins Ausland zu starten. Im Mittelpunkt stand vielmehr die Frage, wie die Jugendlichen auch in herausfordernden Situationen reflektiert und handlungsfähig bleiben können.

Das Seminar fand im Rahmen von Schule:Global und Erasmus+ statt und bereitete die Schülerinnen und Schüler auf unterschiedliche internationale Erfahrungen vor: die anstehende Europafahrt sowie die Austausche mit Alicante in Spanien und Tulancingo in Mexiko.

Ein wichtiger Schwerpunkt war das selbstregulierte Lernen. Die Schülerinnen und Schüler formulierten persönliche und konkrete Ziele für ihren Auslandsaufenthalt und übertrugen den Grundgedanken selbstregulierten Lernens auf Situationen, die ihnen während ihrer Reise und ihres Austauschs begegnen können. Dabei wurde deutlich: Lernen im Ausland bedeutet nicht nur, neue Orte kennenzulernen und interessante Erfahrungen zu sammeln. Es bedeutet auch, die eigene Wahrnehmung zu hinterfragen, Entscheidungen zu treffen und aus Erfahrungen bewusst zu lernen.

Dazu setzten sich die Jugendlichen beispielsweise mit dem Unterschied zwischen Beobachtung und eigener Interpretation auseinander. Was habe ich tatsächlich wahrgenommen? Was denke ich darüber? Und welche anderen Erklärungen oder Perspektiven könnte es geben? Gerade im interkulturellen Kontext kann diese Unterscheidung helfen, vorschnelle Bewertungen zu vermeiden und offen auf ungewohnte Situationen zu reagieren.

Auch der Umgang mit schwierigen oder emotional belastenden Momenten wurde thematisiert. Die Schülerinnen und Schüler lernten verschiedene Strategien kennen und entwickelten daraus einen persönlichen Handlungsplan für Situationen, in denen sie möglicherweise nicht sofort weiterwissen.

So entstand ein Verständnis von Austausch, das weit über das Sammeln schöner Erlebnisse hinausgeht: Ein Auslandsaufenthalt ist kein Konsumieren von Auslandserfahrungen, sondern ein persönlicher Lernprozess. Mit dieser Haltung können die Schülerinnen und Schüler nun ihren internationalen Erfahrungen entgegenblicken: offen, neugierig und gut vorbereitet auf das, was sie erwartet.